Barbara Lantschner von Stadtblüte

Ourania: Hallo Barbara, könntest du dich bitte vorstellen und uns erzählen, wie es zu deiner Arbeit gekommen ist?

Barbara: Hallo, ich bin Barbara von Stadtblüte. Mitten in der Stadt Luzern baue ich nun seit vier Jahren Blumen an.

Noch vor ein paar Jahren hatte ich einen ganz anderen Arbeitsalltag: Im Büro sitzend träumte ich davon, wieder etwas mit den Händen zu machen und rauszukommen. Als sich ganz kurzfristig die Gelegenheit ergab, einen alten Friedhofsteil zu übernehmen, habe ich das Abenteuer gewagt. Inzwischen bewirtschafte ich neben dem Friedhof noch zwei weitere kleine Anbauflächen in der Stadt. Mit den Blumen gestalte ich auf Bestellung natürliche, saisonale Blumensträusse und Eventdekorationen. Ich trockne einen Teil der Blumen und liefere auch frische Blüten für Tortendekorationen. Mit Workshops und Events möchte ich diese kleinen Oasen zudem auch anderen Menschen öffnen. Es ist für mich kaum mehr vorstellbar, die ganze Woche drinnen zu arbeiten. Die Arbeit im Garten, mit den Blumen und mit den Menschen hat mir eine ganz neue Welt eröffnet.

Ourania: Gab es einen bestimmten Moment, in dem dir klar wurde, dass dies dein Weg ist, oder hat sich das im Laufe der Zeit langsam entwickelt?

Barbara: Aufgewachsen auf einem Bergbauernhof hatte ich schon immer einen starken Bezug zum Garten und zur Natur. So begann ich zunächst eine Lehre als Gärtnerin und studierte schliesslich Landschaftsarchitektur. 

Nachdem ich einige Jahre ausschliesslich im Büro gearbeitet hatte, vermisste ich die handwerkliche Arbeit sehr. Ich wollte etwas an meiner Situation ändern und nahm mir eine Auszeit. Während dieser Auszeit entstand sehr spontan die Idee, auf ungenutzten Flächen Schnittblumen anzubauen. Innerhalb kürzester Zeit gründete ich mein Unternehmen Stadtblüte. Die ersten drei Jahre baute ich das Unternehmen Schritt für Schritt neben meinem Hauptjob als Landschaftsarchitektin auf. Seit diesem Jahr arbeite ich nun voll und ganz für Stadtblüte.

Ourania: Was bereitet dir bei deiner täglichen Arbeit die grösste Freude?

Barbara: Es ist unglaublich schön, wenn sich die Menschen nicht nur an den Blumensträussen freuen, sondern auch Gefallen an den neu bepflanzten Flächen finden.

Meine Vision ist es, ungenutzte Grünflächen in der Stadt optisch aufzuwerten und gleichzeitig produktiv zu nutzen. Immer wieder stelle ich mir die Frage: Was passiert mit einem Ort, wenn dort plötzlich Blumen wachsen? Was macht das mit den Menschen? Ich möchte den Menschen helfen, wieder einen Zugang zur Natur, zu den Pflanzen und zu den Tieren zu finden.

Ourania: Welches ruhige, alltägliche Ritual in deinem Arbeitsalltag liegt dir am meisten am Herzen?

Barbara: Um 10 Uhr mache ich meistens eine kleine Pause. Mit einer Tasse Kaffee setze ich mich in unseren grünen Hinterhof-Garten und geniesse dieses kleine, versteckte Paradies.

Ourania: Was ist ein subtiles Detail an deiner Arbeit oder deinem Schaffensprozess, das den meisten Menschen erst auffällt, wenn sie das fertige Ergebnis sehen?

Barbara: Ich denke, den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, wie viel Arbeit eigentlich hinter einem einzigen Blumenstrauss steckt. Vom einzelnen Samenkorn bis zur fertigen Blüte sind sehr viele verschiedene und aufwendige Arbeitsschritte nötig.

Ourania: Was ist dein Lieblingswerkzeug bei der Arbeit?

Barbara: Ein Set japanischen Messern und einer Gartenschere.

Ourania: Wie haben sich unsere Wege gekreuzt, und was hat dich dazu bewogen, Stücke von Atelier Chus in deine Welt zu integrieren?

Barbara: Ich war für eine Kundenbestellung auf der Suche nach Vasen, die in der Schweiz produziert werden. Dabei bin ich per Zufall auf Atelier Chus gestossen.

Mir gefiel Ouranias Arbeit sofort und die tollen Bilder haben mich direkt angesprochen. Die Vasen aus ihrer Manufaktur konnten dann auch sehr schnell meinen Kunden überzeugen – und so entstand eine wunderschöne Zusammenarbeit.

Ourania: Welche Stücke von Atelier Chus haben einen Platz bei dir gefunden und wie fügen sie sich in deinen Alltag ein?

Barbara: Diese Vase steht auf meinem Tisch in meinem Atelier.